PREMIUM-KUNST im „PROMI“-REWE, Fünf Höfe/München, jetzt bis 17. April verlängert! Gastbeitrag von Daniela Schwan, Journalistin für „Kultur & Celebrities“

Beitragsbild, v.l.: Journalistin Daniela Schwan (Kultur & Celebrities), Künstler Tornike Abuladze, Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher unter den neugierigen Blicken des GdS-Logos: der Theatermaske mit Perlenträne

Es ist angerichtet! Beim REWE Premium in den Fünf Höfen – in Insiderkreisen „Promi-REWE“ genannt, schließlich wurden hier unter anderem schon Arnold Schwarzenegger, Manuel Neuer, Vroni von Quast, Uwe Ochsenknecht, Heiner Lauterbach oder Holger Stromberg gesichtet – herrscht derzeit das Motto: „Ein bisserl was geht trotzdem“. Denn wenn andernorts so gut wie nichts mehr für Künstler veranstaltet werden kann, dann eben als Shopping-Kunst-Schmaus mit Aha-Effekt.

Bereits für 16.000 Euro verkauft: Die „Marsmelone“ von Alicja Kwade, Bronze bemalt, mitten im Obstfach

„SUPER mARkT – Frische Lieferung“: 18 namhafte Künstler tischen ihre Werke auf. Zu „satten“ Preisen. Wir waren beim Opening dabei. Natürlich ganz ohne Tamtam, Vernissage oder Häppchen. Eine beeindruckende Performance, von Nata Togliatti inszeniert und kuratiert. „Ich bin happy, dass ich so viele herausragende Künstler für diese Ausstellung, bei der auch Irritation und Humor eine Rolle spielen, gewinnen konnte,“ verrät sie. Ihre eigene Wandinstallation „Apples d’oro“ – 52 gemalte Äpfel auf gebrauchten Verpackungen (für insgesamt 15.000 Euro) – macht gleich im Eingangsbereich Lust auf frisches Obst.

Die Künstler und ihre Werke: Kuratorin Nata Togliatti (Apples d’oro, 15.000 Euro) und Tornike Abuladze („In between“, 16.000 Euro)

An und zwischen den Rolltreppen die wohl auffälligste Schöpfung in tomatenroter REWE-Farbe: ein Putzroboter (16.000 Euro) von Tornike Abuladze. Bis kurz vor der Ladeneröffnung hat er noch Hand angelegt – und ist mit roten Farbspritzern besprenkelt.

Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher und Künstler Tornike Abuladze vor seiner REWE-roten Installation „In between“ mit Putzroboter und Ölfarbe (16.000 Eur)

Achtung, nicht reinbeißen: der Toast Hawaii von Christoph Knecht (3.200 Euro) im to-go-Bereich ist aus Öl auf Bronze.


Toast Hawaii mal anders: Öl auf Bronze von Christoph Knecht für 3.200 Euro

In der Gemüse-Theke, neben saftigen, echten Melonen im Safe: Die appetitliche „Marsmelone“ aus bemalter Bronze von Alicja Kwade (16.000 Euro, bereits verkauft).

Bereits für 16.000 Euro verkauft: Die „Marsmelone“ von Alicja Kwade, Bronze bemalt

In einem meterhohen Banner (50.000 Euro) hat Christian Jankowski die Jagd nach den Schnäppchen festgehalten; verformtes Drahtgitter in Beerentönen mit dem Titel „In flow“ (2.000 Euro) von Nataliya Borushchak baumelt von der Decke …

Kunst allover: Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher r und Kuratorin und Künstlerin Nata Togliatti vor dem 50.000 Euro Banner „Die Jagd“ von Christian Jankowski, auf den Brillo-Hockern im Andy-Warhol-Desgin (450 Euro pro Stück)

Manche Objekte entdeckt man nicht gleich auf Anhieb. Wie die Schachfiguren (105 Bauern á 49 Euro) von Professor Gregor Hildebrandt (Akademie der Bildenden Künste, München) im Gewürzregal. Oder die Feder und Perlen beschmückten, gartentauglichen Vogelhäuserl mit oder ohne Gezwitscher (ab 630 Euro) von Jeamin Lee in der farbenfrohen Gartenabteilung.

Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher und die Vogelhäuserl von Jeamin Lee, mal mit mal ohne Vogelgezwitscher

Ein Sprachrohr aus Metall und Stoff („Ciao“, 5000 Euro) durchtrennt das Tütensuppenregal. Der symbolische Gedanke: „Wir brauchen wieder mehr Kommunikation“, so Lara und Daniela Koch, die das Werk geschaffen haben. Damit wollen sie an das wichtige Grundbedürfnis nach Austausch appellieren.

„Ciao“: Ein Sprachrohr für mehr Kommunikation von Daniela und Lara Koch, , 5000 Euro,
hier mit Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher

Kunst allover, sogar an der Kasse, sind doch die Warentrenner und die Namensschilder der Kassiererinnen mit Sprüchen von Milen Till versehen. Und mittendrin Schauspielerin und Synchronsprecherin Nicole Belstler-Boettcher, vollkommen geflasht: „Für Kunst und Kultur, beides für mich lebenswichtig, gibt es momentan keine Bühne mehr! Was für eine sensationelle Idee, das im systemrelevanten Supermarkt zu installieren“.

Die Verkaufserlöse gehen zum Teil an die Studierenden der Akademie der Bildenden Künste in München, zum Teil direkt an die Schöpfer der Arbeiten.

Ja, wie wusste 1913 schon der Maler und geistige Vater der Konzeptkunst Marcel Duchamp: „Kunst liegt auf der Straße und steht in den Regalen der Kaufhäuser.“


Dietmar Kluska, ehemaliger REWE Premium Geschäftsführer (mit Einkaufswagen), Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher und Künstlerin und Kuratorin Nata Togliatti vor dem 50.000 Euro Banner „Die Jagd“ von Christian Jankowski

„Unser Antrieb war es, Leben in die Stadt zu bringen, und Künstlern, die keine Bühne haben, wieder eine zu geben“, bestätigt Marktmanager Husein Dugonjic. Und sein Vorgänger Dietmar Kluska, der bei Veranstaltungen noch ein bisserl mitorganisiert, verrät ein paar Daten: „In der Filiale sind im Schnitt monatlich 100.000 Kunden, 100 dürfen sich auf den 13.000 Quadratmetern im Moment gleichzeitig im Laden aufhalten.“ Flirten an den Kühltheken, dessen Türen sich, ganz modern, per Fingertouch öffnen lassen, inbegriffen. Supermarkt – der neue Ort der Kommunikation also. Auch die Verfasserin dieses Berichts hatte hier schon mal ein Date …

Noch viele weitere, „leckere“ Kreationen regen zum Staunen an. Zum Beispiel die Wand aus 600 exquisiten Prinzenrollen (4.999 Euro pro Quadratmeter) von Thomas Rentmeister. „Ein Prinz versperrt mir den Weg“, scherzt Single-Frau Nicole Belstler-Boettcher, bekannte für ihre markant-rauchige Stimme (derzeit als „Big Mom“ in „One Piece“ auf ProSieben Maxx zu hören). Sie war so begeistert, dass sie spontan ans Mikro eilte, um die jeweiligen Exponate und ihre Werke über Lautsprecher anzukündigen, und sogleich Marktmanager Husein Dugonjic und seinem Assistenten Andree Sturm anbot, zwecks professioneller Aufnahme der Durchsagen nochmals vorbei zu kommen.

Marktmanager Husein Dugonjic, Assistent Andree Sturm und Nicole Belstler-Boettcher mit dem Brillo Hocker á la Andy Warhol (450 Euro)

Die Kunst-Genuss-Aktionswoche ist noch bis zum 17. April während der normalen Öffnungszeiten zu sehen und zu erstehen. Einfach premium!


Text: Daniela Schwan
Fotos: Franz Göbel



Von Daniela Schwan ebenfalls im neuen GdS-Blog veröffentlicht:

Daniela Schwan mit Maler Michael Heininger und Aktionskünstler Wolfram Kastner (rechts)

Michael Heininger & Wolfram Kastner: „Versuch einer Vernissage“ 
AZ-Artikel von Daniela Schwan zur Ausstellung „KoronaCunst oder coronaKUNST“, Galerie Christoph Dürr



Veröffentlicht von Gaby dos Santos

GdS-Blog, Bühnenproduktionen (Collagen/Historicals), Kulturmanagement > gabydossantos.wordpress.com

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