Terry Swartzberg: Kippa-Träger nonstop seit neun Jahren – Fazit eines Selbstversuchs

Ein Jubiläum, das sich sehen lassen kann, feiert heute Terry Swartzberg: Seit nunmehr neun Jahren, auf den Tag genau, trägt er nonstop Kippa, in Rahmen eines Selbstversuchs!

Die Kippa (auch: Kippahhebräisch כִּפָּה /Plural Kippot, jiddisch יאַרמלקע yarm[u]lke oder קאפל 
kappl) oder seltener Jarmulke (aus dem Slawischen) ist eine vornehmlich in Ausübung der Religion gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden. > MEHR

Täglich jedoch tragen diese Kopfbedeckung vorwiegend orthodoxe Juden – und eben Terry Swartzberg, der durch solcherart sichtbar machen seines Judentums herausfinden wollte, wie es um den Antisemitismus in Deutschland bestellt sei. Daher konzipierte er sein Experiment zunächst auch nur für eine begrenzte Zeit. Aus Tagen wurden jedoch Monate, aus Monaten Jahre, während Terry Swartzbergs allererste Kippa längst im Haus der Geschichte Bonn zu besichtigen war …

Das Fazit des international agierenden, hypermobilen Journalisten und Ethical Campaigner’s, als der er sich selbst bezeichnet:

Nine years. 3287 days.
165 cities. 14 countries.
85 kippot worn
.



100s of heartwarming and amusing experiences.
0 bad experiences.
And the adventure goes on!!!

Terry Swartzberg

Dabei begnügte sich Swartzberg keineswegs mit einer einzigen, womöglich schlichten Kopfbedeckung, sondern legte sich gleich ein ganzes Sortiment an, mit Kippot (Plural von Kippa) für jede nur erdenkliche Gelegenheit und Stimmung.

85 kippot worn: Kippot für jede Stimmung, jeden Ort und Anlass

In der Farbigkeit und dem Humor, mit denen Terry sein Experiment gestaltet (u.a. Kippa-Parties), spiegelt sich sein Anliegen eines sichtbaren, freudigen und lebendigen Judentums wieder, das in den von ihm gegründeten Verein J.E.W.S. – Jews Engaged With Society – mündet.

Diese positive Art, sein Judentum zu bekunden, erklärt teilweise, warum neun lange Jahre offene Anfeindungen, als Reaktion auf seinen Kippa-Selbstversuch ausblieben.

Terry Swartzberg, fotografiert von Dirk Schiff/portraitiert.de

Hinzu kommt aber sicherlich auch, dass unser gemeinsames Umfeld sich in einer Blase interkultureller und interreligiöser Toleranz bewegt. Mein Wunsch zum heutigen Jubiläum lautet daher:

Möge unsere Blase interkultureller und interreligiöser Toleranz
unkaputtbar bleiben gegenüber dem braunen Ungeist,
der sich in unserer Gesellschaft zunehmend ausbreitet!

Gaby dos Santos, 1. Dezember 2021, Foto: Mit Terry im Jüdischen Museum München, 2018

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Veröffentlicht von Gaby dos Santos

GdS-Blog, Bühnenproduktionen (Collagen/Historicals), Kulturmanagement/PR > gabydossantos.wordpress.com

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