#Gedenken 2021: Zur Reichskristallnacht 9.11.1938 und ersten Deportation Münchner Jüdinnen und Juden vor 80 Jahren, am 20.11.1941: Informationsbroschüre (pdf) mit allen Veranstaltungen bis einschließlich 30.11.2021

Wie in jedem Jahr, verzeichnet die kulturelle Agenda der Landeshauptstadt München ein breites Spektrum an Veranstaltungen um den 9. November herum, dem Datum der Reichskristallnacht von 1938, festgehalten in einem Booklet, (dessen Cover und Projekt-Seite ausschnittsweise als o.g. Beitragsbild veröffentlicht ist.)

Entsprechend findet auch an diesem Dienstag, den 9. November 2021 die traditionelle Zeremonie am Gedenkstein für ehemalige Münchner Hauptsynagoge statt, sowohl live als auch online.

Gedenkstein für die ehemalige Münchner Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße,
gegenüber die Rückseite des Münchner Künstlerhauses mit der Eingangstür zum ehemaligen Artist Studio

Die Ereignisse vom November 1938
markieren den Beginn einer mörderischen Radikalisierung der Verfolgung. (…)

Vor 83 Jahren, am 9. November 1938

(…) Im November 1938 erschütterte eine ungeheuerliche Welle der Gewalt die jüdischen Gemeinden und Familien in Deutschland. Die sogenannte Reichskristallnacht war ein neuer, in seiner gewalttätigen Zuspitzung beklemmender Höhepunkt der nationalsozialistischen Aggression gegen die jüdische Minderheit.
Schon seit 1933 hatten die Maßnahmen des NS-Regimes Angst und Verzweiflung über jüdische Männer, Frauen und Kinder gebracht. Extrem belastend – körperlich wie emotional – waren die rassistische Diffamierung, der entwürdigende Ausschluss aus der Gesellschaft und die Verweigerung eines Lebens in existenzieller Sicherheit. (…)
1940 wurden (u.a. jüdische) Anstaltspatienten vor den Toren Münchens über Eglfing-Haar nach Hartheim in Österreich deportiert und ermordet. (…)

Vor 80 Jahren, am 20. November 1941,

mussten am Güterbahnhof Milbertshofen nahezu tausend Männer, Frauen und Kinder ihre Fahrt in den Tod antreten. Die Münchner Stadtgesellschaft reagierte nicht. Der notwendige Aufschrei der Empörung über dieses ungeheuerliche Verbrechen blieb aus. Das Wegsehen und Schweigen machte das Verfolgungs- und Vernichtungswerk des NS-Staates möglich. Heute wissen wir, dass die annähernd tausend Deportierten nur wenige Tage nach ihrem Abtransport aus München-Milbertshofen unweit der litauischen Stadt Kaunas ermordet wurden.

Neuntes Fort, Foto: S. Schwarzbeck
Neuntes Fort, Kaunas; Foto: Sybille Schwarzbeck
Mehr dazu > HIER
2016_07_04_Stolpersstein_Helene_Simons_Bayerstrasse-25_Hauptbahnhof_Muenchen
> Stolperstein für Helene Simons; Foto Schwarzbeck
Mehr dazu > HIER

Es entzieht sich unserem Vorstellungsvermögen, was die Menschen nach ihrer Ankunft in den verrotteten Verliesen der alten zaristischen Befestigungsanlage vor ihrer Ermordung fühlten und ertragen mussten. (…)

> Das Booklet als PDF

www.ikg-m.de

Die Veranstaltungen finden sowohl Open Air wie auch Indoor (und punktuell via Internet-Streams) in ganz München, an Orten mit historischem Bezug statt, ein Zeugnis dafür, wie verwoben jüdisches Leben bis zum Holocaust mit unserer Stadtgesellschaft war.

Alle Infos sowie ein PDF des Programmes zum Herunterladen >

www.gedenken9nov38.de


Über die Schreckensdeportationen nach Kaunas findet sich ein ausführlicher bebilderter Bericht von Sybille Schwarzbeck in nachstehendem Beitrag >


Mehr zu den diversen Gedenkveranstaltungen folgt in den nächsten Tagen und Wochen an gleicher Stelle …

Das Beitragsbild zeigt Ausschnitte von Cover und Einführungstext des > Booklets zu den Münchner Gedenkveranstaltungen im November 2021, kombiniert mit dem Logo des GdS-Blogs: eine Theatermaske mit Perlenträne



Veröffentlicht von Gaby dos Santos

GdS-Blog, Bühnenproduktionen (Collagen/Historicals), Kulturmanagement/PR > gabydossantos.wordpress.com

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