Konstantin Wecker – „Utopien & Anarchie“ – Gedanken, Details und Links zum neuen Internet-Magazin „Weckerswelt TV“; Zu Gast in Folge 1, Teil 2: Gunna Wendt & Ilja Trojanow, am SA, 6.11./20.30h

Weil ich trotz allem, was täglich passiert, nicht aufhöre, zu träumen von einer herrschaftsfreien, solidarischen Welt ohne Grenzen, Patriarchat und mit sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen …“, äußert Konstantin Wecker zum Start seines neuen Internet-Magazins

WECKERSWELT TV
Poesie & Widerstand in stürmischen Zeiten – das Magazin

Kostenlos für alle unter dem LINK > https://www.youtube.com/c/Weckerswelt

Zu träumen hatte ich hingegen irgendwann aufgehört – ebenso, wie viele andere meiner Generation, die wir uns doch einst aufgemacht hatten, die Welt zu verbessern, im Kielwasser der 68er. Doch einer träumt seit jeher unverdrossen weiter, auf bestechende, weil durchdachte und treffend formulierte Art: KONSTANTIN WECKER.

Ihn betrachte ich als eine Art letzten Mohikaner inmitten einer Generation, die weitgehend ihre Utopien und damit ein stückweit auch sich selbst aufgegeben hat. Dabei gilt doch seit jeher „denke groß!“, um zumindest halbwegs etwas zu erreichen? Und doch bleibt diese Maxime in der Regel der Jugend vorbehalten. Vielleicht, weil sich irgendwann, nach wiederholten Zusammenstößen mit dem Leben, jene Abgeklärtheit einschleicht, die sich „Reife“ nennt? Von der aus es dann nicht mehr weit ist zur Resignation, dem Gegenentwurf zum idealistischen Einfordern früherer Jahre?

Ab wann nur habe ich, haben so viele unserer Generation aufgehört, nach einer besseren Welt zu streben? Und warum?

Fragen, die sich mir bei Ansicht des ersten Teils von Weckerswelt TV/Folge 1 aufdrängten, die unter dem Titel Utopien & Anarchie läuft. Vielleicht hatte meine Generation seinerzeit ihre Forderungen und Zielsetzungen nicht akribisch genug durchdacht und ausformuliert? Stattdessen wurden Parolen skandiert und in Endlosschleifen wiederholt, bis sie zu Zeitgeistfloskeln erstarrten, von der Nachwelt als Alt-68er-Weltverbesserungsnaivitäten belächelt. Und leider nicht immer zu Unrecht. Oft genug begegnen mir gesellschaftspolitische Forderungen in Form gedanklich nicht weiter entwickelter 68-Schlagworte, bedenklich allein schon auf Grund ihrer twitterformatigen Kürze! Einen weiteren Grund brachte Konstantin Wecker bereits Ostern dieses Jahres, in einem Interview mit Schriftstellerin Gunna Wendt zur Sprache:

Der Fehler unserer Bewegung war, uns ideologisch zu verrennen – und jeder war sicher, dass nur diese eine Partei die Welt rettet. 

Konstantin Wecker – die Poesie ist anarchisch
Aus dem Themen-Dossier Anarchismus in Bayern von Gunna Wendt im Literaturportal Bayern

Diesen Gedanken griff Wecker in der ersten Sendung seines „WECKERSWELT TV“ auf, indem er sich im Gespräch mit Schriftsteller Ilja Trojanow von „ismen“ distanzierte, da er sie als ideologisch einengend empfinde. Mit dieser Argumentation lieferte er mir gewissermaßen „posthum“ eine Erklärung dafür, dass es mir in meiner Jugend – damals zu meinem großen Bedauern 😉 – nie gelungen war, mich in leidenschaftlicher Gedankenlosigkeit ganz dem zeitgeistlich doch so angesagten Kommunismus hinzugeben. Meine Einstellungen wollen sich partout nicht in eine bestimmte Richtung bändigen lassen! Insofern kam mir bei „WECKERSWELT TV“ auch entgegen, dass thematisch der Begriff Anarchie zurechtgerückt wurde, DIE Steilvorlage überhaupt für eigenständiges Denken und Handeln!

Schon in jungen Jahren habe ich mich dagegen gewehrt, dass Anarchie mit Terror und Gewalt gleichgesetzt wird. Das ist nicht ihr Wesen. Anarchie ist vielmehr der Versuch, ein herrschaftsfreies Leben selbstbestimmt anzustreben.(…)

Konstantin Wecker – die Poesie ist anarchisch

Doch meiner Meinung nach muss gerade jetzt, da Selbstbestimmtheit zunehmend in Rücksichtslosigkeit pervertiert und angesichts der geballten Herausforderungen, die sich international auftun, unsere Weltordnung neu gedacht werden, so kollektiv wie nur möglich, im Sinne möglichst vieler kreativer Inputs. Unser aller Gedanken, Handlungen und Stimmen sind gefordert; mehr als gerne im Echo von ZeitgenossInnen wie hierzulande Konstantin Wecker, die sich diesbezüglich schon immer visionär zu Wort gemeldet haben, während eine schweigende Mehrheit noch fröhlich dem Hedonismus frönte …

Für mich persönlich gilt ab sofort – und nach zahlreichen Gesprächen mit meinem Enkel: „Alles auf Anfang! Wieder her mit den Utopien von damals!“ Unsere Generation kann, nach all dem, was wir aus dem Ruder haben laufen lassen, nicht alleine der Jugend jene korrekturbedürftige Zukunft überlassen, deren Weichen wir gestellt haben; schuldig, im besten Fall, „nur“ einer abgeklärten Passivität, wo idealistisches Handeln dringend gefragt gewesen wäre, langfristig auch im ureigenen Interesse!

Wunderbar, wenn Konstantin Wecker, mit seinem neuen TV-Format, einer sehr speziellen Mischung aus Talk, Textvorträgen und eigenen Songs nunmehr dazu beiträgt, jene gesellschaftspolitischen Debatten anzustoßen, um die wir spätestens jetzt nicht mehr herum kommen werden, die er aber – vorausschauend – schon seit Jahren verinnerlicht hat.

Deshalb werde ich künftig jede der jährlich drei Sendungen von WECKERSWELT TV „mitzudenken“ und vorab die Termine über meine Social-Media-Kanäle sowie unter den Veranstaltungstipps/Terminen auf der Startseite meiner Homepage zu veröffentlichen.


WECKERSWELT TV
Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten – das Magazin
Folge 1 (23.10./6.11.): „Anarchie & Utopie

„Das wird poetisch, menschlich, direkt und immer auch kritisch – einfach 50 Minuten meine Weckerswelt pur: voller Lieder, Poesie, Gedanken, Gedichten, künstlerischen Beiträgen und spannenden Gesprächen mit Leidenschaft, Anarchie und Empathie“, sagt Konstantin Wecker über sein neues TV-Projekt und erklärt den Titel der ersten Folge so:
Weil ich trotz allem, was täglich passiert, nicht aufhöre, zu träumen von einer herrschaftsfreien, solidarischen Welt ohne Grenzen, Patriarchat und mit sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen, dreht sich in unserer ersten Ausgabe von Weckerswelt TV alles um Anarchie & Utopien 

– Passend zum Auftakt seiner aktuellen Tournee „Utopia“ seit 1. Oktober 2021!

Konstantin Wecker spricht mit dem Schriftsteller und Anarchisten Ilja Trojanow und der Schriftstellerin und Feministin Gunna Wendt über ihre Hoffnungen, die Kraft der Poesie auf der Suche nach Utopia und das Glück eines widerständischen Lebens. Und er singt neue Lieder (Utopia, Schäm Dich Europa und Willy 2021), aber auch Klassiker wie seine Vertonung des Mühsam-Gedichts Revoluzzer Lampenputzer, begleitet von Jo Barnikel am Klavier.

Bei Weckerswelt TV dreht sich also alles um die Künste  und ihre subversive Kraft in stürmischen Zeiten. Teil 1 und 2 der Folge Anarchie & Utopien werden am 23. Oktober und 6. November 2021 jeweils um 20.30 Uhr für alle kostenlos auf YouTube gestreamt.

Anschließend sind alle Folgen auch in Zukunft weiterhin kostenlos verfügbar. Geplant sind drei Folgen von Weckerswelt pro Jahr.


Am Samstag, 6. November 2021, um 20.30 Uhr
läuft der 2. Teil der Auftakt-Folge
„Anarchie & Utopien“
auf dem Weckerswelt Youtube-Kanal unter
https://www.youtube.com/channel/UCyje2SxGJuCxKCaSEK9gSOg

Die phantastische Premiere mit dem ersten Teil von „Anarchie & Utopien“ kann weiterhin kostenlos abgerufen werden unter https://www.youtube.com/watch?v=o7BM0DaTr8A





Alle Infos auch auf  

www.wecker.de


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Veröffentlicht von Gaby dos Santos

GdS-Blog, Bühnenproduktionen (Collagen/Historicals), Kulturmanagement/PR > gabydossantos.wordpress.com

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