Historische Münchner Verbindungen zwischen den Künstlerinnen Liesl Karlstadt, Erika Mann und Therese Giehse, dargestellt von Gunna Wendt

Die einen mehr, die anderen weniger, aber irgendwie stehen in der Künstlerszene immer alle untereinander in Verbindung …

Ein definitives „Mehr“ trifft auf die 3 Ladies zu, die bei der Lesung von Gunna Wendt bei Buch & Café Lentner, im Rahmen der Haidhauser Kulturtage 2021, im Mittelpunkt standen: Therese Giehse und Erika Mann sowie Liesl Karlstadt . Ihnen hat die Schriftstellerin bereits zwei Biografien gewidmet, die eine dem Liebespaar „Erika und Therese“, die andere Liesl Karlstadt.

Die Querverbindungen, die Gunna Wendt dabei zwischen den drei KünstlerInnen sowie den KollegInnen, Partnerinnen und Partnern im unmittelbaren Umfeld recherchiert hat, bilden da keine Ausnahme. Vielmehr gleichen sie einem schwindelerregenden Künstlerinnen-Reigen, das in schicksalhafte Tragik mündet:

Gunna Wendt in der Münchner Monacensia, vor einem Bild von Liesl Karlstadt, einer ihrer biografischen Heldinnen; Foto: Dirk Schiff/2018

Erika Mann und Therese Giehse lernten sich 1927 kennen – im Haus von Christa von Hatvany-Winsloe, die einige Jahre später das Drehbuch für den Film Mädchen in Uniform (1931) schrieb, in dem beide mitspielten. Therese, so erinnerte sich Golo Mann, habe vorgeschlagen, gemeinsam ins Colosseum zu gehen, wo Karl Valentin und Liesl Karlstadt auftraten. Der kleine Bruder meinte, da habe es bereits gefunkt. Erika und Therese wurden ein Liebespaar und entwickelten zusammen ihr politisches Kabarett Die Pfeffermühle.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Erika Mann eine unglückliche Liebesbeziehung mit Pamela Wedekind hinter sich und eine für alle rätselhafte Ehe mit Gustaf Gründgens. Sie war zwar längst von ihm getrennt, doch die Ehe wurde erst 1929 geschieden.

Anfang der 1930er Jahre unternahm Liesl Karlstadt an den Münchner Kammerspielen erste Versuche als Schauspielerin (ohne Karl Valentin) und begeisterte das Publikum als Ersatz für Therese Giehse.

Ein späteres Foto von Erika und Therese, mit Gunna Wendt als ungebetenem Gast 😉

Im Sommer 1960 schließlich fuhr Liesl Karlstadt mit ihrer Schwester nach Garmisch-Partenkirchen in den Urlaub und schrieb eine Karte an Erika Mann, die dort ein Haus besaß: »Liebe Frau Erika! Nun habe ich endlich ihr Häuschen von innen gesehen und bin mehr als begeistert. Ich gratuliere. (.. ) Zu schade, dass ich Sie jetzt nicht hier angetroffen habe, ich hoffe aber auf bald und bleibe mit herzlichen Grüßen Ihre Liesl Karlstadt.«

🌹

Am nächsten Tag starb Liesl Karlstadt in Garmisch an einem Gehirnschlag …





Veröffentlicht von Gaby dos Santos

GdS-Blog, Bühnenproduktionen (Collagen/Historicals), Kulturmanagement/PR > gabydossantos.wordpress.com

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